Erfolge und Herausforderungen der Leukämiebehandlung mit CAR-T-Zellen – wo stehen wir heute?

Die Behandlung von Leukämien und Lymphomen mit körpereigenen, genetisch veränderten Immunzellen des Patienten (CAR-T-Zellen) hat eindrucksvolle Erfolge in klinischen Prüfungen erzielt, insbesondere in der Behandlung maligner B-Zellerkrankungen. Teilweise traten aber auch schwere, in Einzelfällen tödliche Nebenwirkungen auf. Eine detaillierte Zusammenstellung der bisher publizierten Ergebnisse sowie eine Diskussion der Gründe, warum weniger als zehn Prozent der klinischen Prüfungen in Europa durchgeführt werden, haben Wissenschaftler unter Federführung von Experten des Paul-Ehrlich-Instituts in EMBO Molecular Medicine (Online Early View, 1. August 2017; DOI: 10.15252/emmm.201607485) veröffentlicht.

Für viele Jahrzehnte bestand die Krebstherapie im Wesentlichen aus Chirurgie, Chemo- und Strahlentherapie sowie Blutstammzelltransplantation. Eine der neuen und sehr vielversprechenden Therapiekonzepte ist die zielgerichtete Stimulation des Immunsystems der Krebspatienten, die das Immunsystem in die Lage versetzt, die Tumorzellen zu erkennen und abzutöten.

Bei dieser sogenannten adoptiven Immuntherapie werden dem Patienten bestimmte Immunzellen (T-Zellen) entnommen und genetisch verändert, sodass sie einen krebszellspezifischen Antigenrezeptor auf ihrer Oberfläche bilden. Diese CAR-T-Zellen werden dem Patienten danach wieder rückinfundiert. Durch Erkennung eines spezifischen Oberflächenantigens auf den Krebszellen werden die CAR-T-Zellen zur Vermehrung angeregt und töten die Krebszellen ab.

Bei CAR-T-Zellen handelt es sich um sehr komplexe Arzneimittel, die körpereigene Zellen enthalten, die sich im Körper vermehren und dort über längere Zeiträume – bis zu mehreren Jahren – persistieren können. Entsprechend groß sind die Heraus­forderungen bei der Translation dieser neuen Therapien von der präklinischen Entwicklung zur Anwendung beim Menschen für die pharmazeutische Industrie, akademische Institute als auch für die regulatorischen Behörden.

Experten des Paul-Ehrlich-Instituts um Prof. Christian Buchholz, Projektleiter im Horizon2020-geförderten EU-Forschungsverbund "CARAT", haben mit Unterstützung durch das CARAT-Konsortium alle verfügbaren Daten bereits abgeschlossener und noch laufender klinischer Prüfungen von CAR-T-Zell-Arzneimitteln weltweit analysiert. Ziel der Untersuchung war es u.a., die wesentlichen Hürden der klinischen Entwicklung dieser neuen Wirkstoffgruppe zu identifizieren. Auf Basis der Analyse haben die Wissenschaftler Vorschläge entwickelt, wie die Translation – der Weg von der Forschung zur klinischen Anwendung – der CAR-T-Zellen insbesondere in Europa beschleunigt werden könnte.

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(Text/Quelle: Paul-Ehrlich-Institut)
 
 

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