Förderung von transnationalen Forschungsprojekten zu psychischen Störungen im Rahmen des ERA-NET NEURON

Hintergrund
Erkrankungen des zentralen Nervensystems sind eine der Hauptursachen für Morbidität, Mortalität und verminderte Lebensqualität. Weltweit leiden Schätzungen zufolge mehr als eine Milliarde Menschen unter diesen Erkrankungen, in Europa verursachen sie annähernd ein Drittel der gesamten Krankheitslast. Aus diesem Grund ist es von höchster Priorität, Erkrankungen des zentralen Nervensystems zu erforschen und die Forschungsergebnisse in verbesserte diagnostische und therapeutische Maßnahmen zu überführen.

Vor diesem Hintergrund wurde das Netzwerk ERA-NET NEURON ("Network of European Funding for Neuroscience Research") gegründet, das durch die Europäische Kommission gefördert wird. Ziel des ERA-NET NEURON ist es, die Forschungsaktivitäten und -programme der beteiligten europäischen Länder auf dem Gebiet der krankheitsbezogenen Neurowissenschaften zu koordinieren.
Ziel und Gegenstand der Förderung
Ziel der Bekanntmachung ist die Förderung von transnationalen Verbundvorhaben mit wichtigen Fragestellungen zu psychischer Gesundheit und psychischen Störungen. Dies umfasst unter anderem affektive (z. B. Depressionen und bipolare Störungen) und psychotische Störungen, sowie Angst-, Autismus-Spektrum-, Substanzgebrauchs- und andere psychische Störungen. Die Forschungsprojekte können sich auf den gesamten Lebensverlauf beziehen. Viele dieser Störungen entwickeln sich in Kindheit, Jugend oder frühem Erwachsenenalter (unter 25 Jahre). Daher ist es von besonderem gesellschaftlichem Interesse neben neuen Strategien zur Diagnose auch pharmakologische, Psycho- und Hirnstimulationstherapien zu entwickeln, um die psychische Gesundheit in dieser Fokusgruppe zu verbessern.

Insbesondere soll die multidisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Forschungsgruppen gefördert werden sowie translationale Forschungsansätze, bei denen Grundlagenforschung mit klinischen Fragestellungen kombiniert wird. Viele Fragestellungen zu psychischen Störungen erfordern die Zusammenarbeit zwischen Psychiatern und Neurologen. Daher ist eine Zusammenarbeit beider Disziplinen in den Forschungsprojekten erwünscht, wo dies sinnvoll ist. Daneben soll ebenfalls die Zusammenarbeit mit Forschenden zu neurowissenschaftlichen Grundlagen und gegebenenfalls weiteren Disziplinen, wie z. B. der Neuropädiatrie, gefördert werden.

Zielgruppe
Antragsberechtigt sind deutsche staatliche und nicht-staatliche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungs­einrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Forschungs- und Entwicklungs-Kapazität, wie z. B. kleine und mittlere Unternehmen (KMU; die Definition für KMU der Europäischen Kommission ist unter dem Link http://ec.europa.eu/growth/smes/business-friendly-environment/sme-definition/index_en.htm einzusehen). Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland verlangt.

(Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Förderbekanntmachung
 
 

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